Im Hostel wieder angekommen lerne ich einen amerikanischen Soldaten aus Seattle kennen, der seit einem Jahr in Prag unterrichtet. Er erklärt, wie er keinen Bock mehr auf das Militär hatte von einem moralischen Standpunkt aus.

Auch lernte ich Erica aus Kanada kennen, die erstmals in ihrem Leben fastet, und das obwohl sie reist. 

Mit Mohamed aus dem Hostel hatte ich mich Abends unterhalten, ein junger und sehr netter Kerl. Er sprach darüber, wie er so viele Menschen aus aller Welt kennenlernt und leider nicht die Möglchkeit besitzt, zu reisen. Er machte auf den Vers im Koran aufmerksam, in welchem aufgefordert wird, dass man die Welt bereisen soll um sie besser zu verstehen. Auf das Thema Koran kamen wir zurück, als wir uns über die ägyptische Sprache unterhielten, und wie sehr sie sich doch vom traditionellen arabisch unterscheidet. "Viele Sachen im Koran verstehen wir selber nicht". Dies zeigt die Notwendigkeit, sich mit dem Koran linguistisch und historisch genauer zu befassen, und nicht bloß eine Übersetzung lesen, da diese den Inhalt stark verzerren.

Auch unterhielten wir uns natürlich über Frauen. Mohamed fragt mich, ob es wahr sei, dass Frauen im Westen keine Liebe verspüren. Ich erklärte ihm, dass sie alle sehr viel, vielleicht sogar zu viel Liebe verspüren, so dass sie sich im freieren Westen auf einen Mann einlassen, ohne einen ehelichen Vertrag geschlossen zu haben und somit das Risiko größer ist, alleine gelassen zu werden. Nachdem sie alleine gelassen werden, hoffen sie auf den richtigen, oft sind sie bald wieder in einer Beziehung, nur um wieder enttäuscht zu werden, in nicht wenigen Fällen geht das so lange, bis man die Hoffnung verliert, bzw. an Liebe nicht mehr glaubt. Oft hat man das Gefühl, dass ein bitterer Zynismus in sarkastischen Äußerungen schattiert werden, im Alter sich jedoch der Frust und eine düstere Erkenntnis zum Vorschein kommt.

Mohammed kritisiert dabei die Männerwelt, wobei ich ihm auch darauf aufmerksam mache, dass auch innerhalb der Frauenwelt nicht alles fehlerfrei ist. Wir kommen auf die Spielerei zu sprechen und Mohamed erklärt: Sie nutzen ihren Körper oft wie ein Geschenk, das sie hinhalten und sehen, wie viele dieses Geschenk ergreifen wollen, sie gönnen es jedoch den Männern, die ihre Gier zurückhalten. Im Vergleich zu Ägypten seien Frauen im Westen wie ein "offenes Buffet", was allerdings keines wegs misogynisch gemeint war.

Auch kamen wir auf die Muslime in Deutschland zu sprechen. Mohamed erklärte mir, dass ein Bekannter von ihm einmal für eine längere Zeit in Europa war und nach Ägypten zurück kam. Er hatte folgendes zu sagen: "In Europa gibt es Muslime, aber es gibt dort keinen Islam. Hier in Ägypten gibt es Islam, aber keine Muslime." Ein interessanter Gedankengang, der allerdings die traurige Tatsache auen vor lässt, dass ein großer Teil der Muslime in Deutschland sich in vielerlei Hinsicht nicht muslimisch Verhalten.



Travel Projects

I.    Around the World (2010)                                                           

II.   Stairway to Heaven (2011)

III.  Travelution (2012)

IV.  Era of Epicness (2013)

V.   Emergency Exits (2014)

VI.  The Slippery Path of Uncertainty (2015)

VII. Age of Turbulence (2016)

VIII. Against All Odds (2017)

IX.  Evasive Maneuvers (2018)

 X.  Home is Everywhere (2019)

XI. ??? (2020)