In Wien und Budapest funktionierte es einwandfrei, aber wie würde es außerhalb Europas funktionieren? Würde die Verbindung gut genug sein. Es war an der Zeit, herauszufinden, ob es ein weiterer Kurztrip wird, oder eine längere Geschichte.

Ich blickte aus dem Fenster und schaute runter auf den Tahrir Square. 

Nun, nachdem Mursi zum Präsidenten gewählt wurde, geht es etwas ruhiger zu. Vermutlich liegt das aber eher an der Fastenzeit.

Es war allerdings ungewiss, wie lange ich mich in Ägypten aufhalten würde. Es hing ab von der Frage, ob mein Vorhaben, vom Ausland aus zu arbeiten, Erfolg haben würde. In Wien und Budapest hatte ich Monate zuvor das dafür benötigte Programm erstmals außerhalb Deutschlands ausgetestet. Die letzten zwei Jahre habe ich viel reisen können. Allerdings gab es bis auf den Aufenthalt in Pakistan immer eine zeitliche Begrenzung. Tagelang kämpfte ich damit, mein Arbeitsprogramm zum laufen zu bringen und suchte nach einem gelegenen Ort mit einer guten Verbindung. Irgendwann funktionierte es mäßig. Zwischendurch gab ich die Hoffnung beinahe auf, und schmiedete Parallel pläne, um nächste Woche in Deutschland zurückzukehren. Dann kaufte ich ein günstiges Headset und plötzlich funktionierte alles einbahnfrei. Episodenhaft würde ich mein Dorm-Zimmer mit vielen interessanten Reisenden aus allen möglichen Ländern kennenlernen.


Es gab einige unerwartete Momente. Die Azhan-Rufe, die plötzlich an einem Abend ertönten, müssen sehr merkwürdig gewirkt haben für den Befragten an der anderen Leitung. Ein Anderes Mal hörte man die Feuerwerke. Ein Glück, dass ich nicht mehr länger am Tahrir Platz bin, wo in den Abendstunden "Allah hu Akbar" gerufen wird. Und dann gibt es natürlich den Verkehr und die Neigung der Ägypter, sehr viel zu hupen. Das erwunderte an einem Tag auch einen Befragten, einmal verwies ich auf ein Fußball-Spiel, ein anderes Mal auf eine Hochzeitsfeier.


Auf derselben Straße lande ich im Brother's Hostel, wo es allerdings zu voll ist. Es kommen Zweifel auf. Selbst wenn ich ein Hostel finde, das nicht zu voll ist, es ist nicht einmal sicher, ob die Internetqualität gut genug ist. Die Zeit rennt, die Verzweiflung wird größer. Der Hostelbesitzer sorgt dafür, dass ich in ein nahegelegenes Hostel lande. Voller Misstrauen mache ich die Bedingungen für eine Buchung meinerseits klar, was ziemlich ungewöhnlich für mich war, da ich in dieser Hinsicht eigentlich total anspruchslos bin und mich mit der bescheidensten Schlafgelegenheit zufrieden gab. Doch hier ging es um die Möglichkeit, für eine längere Zeit in Kairo zu bleiben und dabei weiterhin Geld zu verdienen, es könnten sich neue Türen öffnen. 


Auf derselben Straße lande ich im Brother's Hostel, wo es allerdings zu voll ist. Es kommen Zweifel auf. Selbst wenn ich ein Hostel finde, das nicht zu voll ist, es ist nicht einmal sicher, ob die Internetqualität gut genug ist. Die Zeit rennt, die Verzweiflung wird größer. Der Hostelbesitzer sorgt dafür, dass ich in ein nahegelegenes Hostel lande. Voller Misstrauen mache ich die Bedingungen für eine Buchung meinerseits klar, was ziemlich ungewöhnlich für mich war, da ich in dieser Hinsicht eigentlich total anspruchslos bin und mich mit der bescheidensten Schlafgelegenheit zufrieden gab. Doch hier ging es um die Möglichkeit, für eine längere Zeit in Kairo zu bleiben und dabei weiterhin Geld zu verdienen, es könnten sich neue Türen öffnen. 

Im Hostel lerne ich Paul aus Schottland und Elise aus Frankreich kennen. Beide haben wie ich schon einige Länder bereist. Mit den beiden Touristen verbringe ich zwei Abende gemeinsam, wir gehen etwas essen, trinken Tee, rauchen Shisha und tauschen uns natürlich primär über unsere Reiseerfahrungen aus.

Die nächsten Tage schaffe ich es mit dem Programm zu arbeiten, die Qualität ist jedoch weiterhin nicht zuverlässig genug und der Verdienst geringer als sonst. Gleichzeitig macht mir die Sorge zu schaffen, dass ich ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt nicht immer arbeiten kann, da es kaum Aufträge gibt. Glücklicherweise sind die Supervisoren zuvorkommend und tun alles Mögliche, damit ich arbeiten kann.

Paul, Elise und ich ziehen durch die Häuser. Nur wenige Minuten von Downtown entfernt landen wir in einem Block, in welchem die Atmosphäre plötzlich ganz anders ist. Die Menschen waren hier in diesen schmalen, aber ebenso überfüllten Gassen ganz anders. Wir erregten scheinbar mehr Aufmerksamkeit, als es ohnehin bereits in Downtown der Fall war. Allerdings verspürte ich kaum Unsicherheit. Die Einheimischen hießen uns herzlichst in Ägypten willkommen. Ein paar Kinder laufen auf mich zu und fragen "what's your name?".

Die Hoffnung stirbt zuletzt und mit Mühsal versuche ich das Programm einwandfrei zum Laufen zu bringen. Als ich meine Chefin anrufe, erklärt sie mir, dass sie ein lautes Brummen hört, mich dafür kaum. Dasselbe erklärten mir viele Befragte, so dass ich einen weiteren Arbeitstag vorzeitig abbrechen musste. Es sah immer mehr danach aus, dass ich in wenigen Tagen zurückfliegen muss. Im Hostel habe ich das Dormzimmer für 7 Tage gebucht, so dass ich zumindest genügend Zeit haben werde um mir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten anzuschauen. Ich stellte mich darauf ein, dass ich versuche mein Geld zu sparen um das versprochene Wiedersehen mit Julia zu arrangieren, das alternativ in Serbien stattfinden würde.

Mit Paul und Elise unterhielt ich mich über Zukunftsperspektiven, Studium und Beruf. Ich fühlte mich endlich unter Leuten, die verstanden, dass es keine einheitliche Strategie gibt, sondern individuell aus bestimmten Gründen gehandelt werden muss.




Travel Projects

I.    Around the World (2010)                                                           

II.   Stairway to Heaven (2011)

III.  Travelution (2012)

IV.  Era of Epicness (2013)

V.   Emergency Exits (2014)

VI.  The Slippery Path of Uncertainty (2015)

VII. Age of Turbulence (2016)

VIII. Against All Odds (2017)

IX.  Evasive Maneuvers (2018)

 X.  Home is Everywhere (2019)

XI. ??? (2020)