Während mein Gepäck in das nächste Flugzeug geladen wird, dass mich erstmals nach Kairo befördern wird, halte ich mich in Warschau auf. 24 Stunden habe ich Zeit, um mir erste Eindrücke zu verschaffen. 

 

Der Bus war leicht zu finden und ich stieg einfach dort aus, woe di emeisten Insassen ebenfalls ausgestiegen sind.

Den Bus fand ich problemlos und ausgestiegen bin ich einfach dort, wo die meisten Insassen ebenfalls ausgestiegen sind. Das dürfte zentral genug sein. In einer Bar namens Flow machte ich mich erst einmal locker. Die Location war ganz nett, es war viel los an diesem Abend. In diesem lebendigen Barviertel suchte ich mir jedoch zunächst etwas Ruhigeres aus.

 

Das Warschauer Nachtleben ist sehr stark ausgeprägt. Herausstechend war der Club Indecks, ein Rockschuppen, der jedoch eher die traditionelle und Art von Retrorock spielte. Die Wand war dekoriert mit Teufelsfratzen, Totenschädeln, Ziegenböcken, Slipknotbildern und weitere Unheimlichkeiten. Die Menschen waren hier recht kontaktfreudig.

 

Auf der Straße erschienen mir die Menschen einerseits misstrauisch, andererseits freundlich und hilfsbereit. Nur der Service und die Wartezeiten lassen hier zu wünschen übrig und erinnern an Moskau zurück.

 

Müde war ich um 6 Uhr morgens aufgrund der Energydrinks immer noch nicht, so dass ich mich bei Sonnenaufgang gleich auf dem Weg in die Altstadt machte und Fotos schoss. Herausstechend war das Morgengebet, das in Polen scheinbar sehr ernst genommen wird. Sie scheinen Wert darauf zu legen altbewährte Traditionen beizubehalten und auch die Frömmigkeit ist nicht geschwunden unter vielen.

 

In einem Park nicht allzuweit vom Flughafen genieße ich morgens das schöne Wetter und lege mich einfach bequem ins Gras. Leider war die Zeit zu knapp um die Museen aufzusuchen, aber die Memorials in der Nähe des Flughafens reflektieren die Trauer und sind das Produkt mit dem Umgang des Elends des zweiten Weltkrieges.

 

Im Flughafen zurück verbrachte ich genug Zeit um einige interessante Menschen kennenzulernen. Im vollgequalmten Raucherraum komme ich mit einem Einheimischen ins Gespräch, der mit mir über die Spannungen zwischen Deutschland und Polen, vor allem aber über kulturelle Toleranz und Offenheit sprach. Er war allein wegen der Tatsache erfreut, dass ich hier in Polen war und das mit einem Lächeln.

 

Zuvor war ich online, als mich eine attraktive dunkelhaarige Dame, die mich fragte, ob sie sich mein Netzkabel leihen kann. Wir kamen so ins Gespräch und zu meiner Überraschung handelte es sich bei der Dame um eine Iranerin, die in Amerika lebt. So kamen wir nicht drum herum, über den Nuklearstreit zu sprechen. Sie vertrat die westliche Seite und verurteile das iranische Regime, während ich die westlichen Mächte kritisierte. Melika promoviert derzeit und ist eine gebildete Frau, mit der ich mich gerne über dieses Thema unterhalten habe. Nach einen Argumentationsaustausch erklärte sie mir, dass sie glaube, dass Krieg manchmal notwendig sei. Zwei Dinge störten mich an dieser Aussage. Zum einen das „manchmal“, zum anderen die Notwendigkeit eines Krieges. Ich wies auf Irak hin, und dass all die Menschenrechtsproblem ein Witz waren im Vergleich zu der Invasion und dem enormen Kollateralschaden. Für dieses umfangreiche Thema hatten wir leider nicht genügend Zeit. Es war meist ein riesiger Unterschied, wenn ich mich mit einem Exiliraner unterhielt oder einem Iraner, der in Iran lebt. Wenn es um politische Entscheidungen geht, so muss man freilich die Meinung des in Iran lebenden Iraners betrachten.

 

Es war nicht viel später, als ich weiter im Flughafen irrte und versuchte die Zeit totzuschlagen, als ein lockiges, braunrhaariges Mädel an mir vorbeilief. Wir lächelten uns kurz zu, dann blieb ich stehen und dachte mir, dass ich eh nichts zu tun habe, also würde ich mit ihr ins Gespräch kommen. Sie stand vor einem Raum und ich ging einfach hin und fragte sie, was das hier sei. Sie versuche das herauszufinden, also gingen wir in den Raum, der vollkommen leer war und viele Sitzplätze hatte. Magdalene hat schon öfters Polen besucht und ist eine Engländerin, die derzeit in Israel lebt. Ironischerweise stimmte hier die Chemie sogar stärker als bei Melika, deren beiden Kulturen mit sehr nahe liegen. Wir unterhielten uns über den Islam und das Judentum. Sie erklärte, dass sie dem reformierten Judentum angehöre und wir tauschten uns über alles in Sachen Kultur aus, kein Wunder, wir beide studierten Kulturwissenschaften.

Travel Projects

I.    Around the World (2010)                                                           

II.   Stairway to Heaven (2011)

III.  Travelution (2012)

IV.  Era of Epicness (2013)

V.   Emergency Exits (2014)

VI.  The Slippery Path of Uncertainty (2015)

VII. Age of Turbulence (2016)

VIII. Against All Odds (2017)

IX.  Evasive Maneuvers (2018)

 X.  Home is Everywhere (2019)

XI. ??? (2020)