Die atemberaubenden Iguacu-Fälle und ein Hauch Argentinien

Foz do Iguacu und die atemberaubenden Iguacu Wasserfälle

 

Der nächste morgen brach an und obwohl ich wusste, dass ich in Kürze wieder hier sein werde, fiel es mir schwer, Rio de Janeiro zu verlassen, denn bei meiner nächsten Ankunft würde ich nur noch 24 Stunden hier Zeit haben. Es ging zum GIG Flughafen und in weniger als zwei Stunden würde uns das TAM Flugzeug nach Foz do Iguacu befördern, eine Stadt, die an Argentinien und Paraguay grenzt und vor allem wegen den Wasserfällen Iguacu bekannt ist. Ein Kolumbianer unterhielt sich mit mir im Bus und wies mir den Weg. Foz do Iguacu ist eine große Stadt, wo man jedoch kaum etwas machen kann. Das Nachtleben war spärlich, mir fielen die vielen Drogerien auf einer Straße auf. Kein Wunder, bei dem Klima braucht man schon öfters ein Deo.



 

Am nächsten Tag komme ich bei den Wasserfällen an, die einfach nur gewaltig sind. Während ich die Wege entlanglaufe, begegne ich Eidechsen, Nasenbären und viele verschiedene Arten von Schmetterlingen und Vögel. Die Schmeterlinge sind hier besonders kontaktfreudig und ließen sich nur schwer von meiner Hand vertreiben.


Die Kraft der Wasserfälle ist so enorm und die Wege so nah dran, dass man bei der Begutachtung klitschnass wird. So atemberaubend es auch war, die Iguacu-Wasserfälle von der brasilanischen Seite aus zu erleben, so mehr staunt man, sobald man sich die Wasserfälle von der argentinischen seite betrachtet. Das lag nicht bloß am Wetter, das heute viel besser mitgespielt hatte. Hier stieß man nicht nur auf Echsen, Nasenbären, es war zusätzlich wie ein Zoo ohne Käfige, unberührte Natur mit einer Vielfalt von Vogelarten (auf der brailiscnischen Siete gibt es dazu speziell einen Park), von den kleinsten bunten Vögel bis zum Pelikan. Regenbögen vervollständigten das Ideal der natürlichen Pracht. Affen unterhielten auf dem Weg und stohlen einer älteren Dame ihre Handtasche.

 

Einige weitere Abende halte ich mich in Puerto Iguacu auf, wo man etwas besser feiern kann als in Foz do Iguacu. Danach ging es zurück nach Foz do Iguacu, von wo aus ich einen Bus genommen habe, der mich über die Freundschaftsbrücke nach Paraguay beförderte. Kontrolliert wurde ich an der Grenze nicht. Hier werden viele Drogen geschmuggelt, erklärte mir der Besitzer des Hostels von Foz do Iguacu. Er warnte mich vor den Gefahren und wie hier Leute erschossen werden können. In Foz do Iguacu fühlte ich mich die meiste Zeit sicher, auch von den Berichten im Internet hört man nichts Schlimmes, jedoch sei es in Ciudad del Este in Paraguay gefährlicher. Ich war nicht lange da, spürte jedoch die Atmosphäre dort. Die Menschen, die mir dort begegneten waren freundlich, aber man spürte auch mehr Armut hier und folglich das Potenzial, Opfer eines kriminellen Aktes zu werden. Die Elektrogeräte deren Preise schienen nicht viel günstiger in Deutschland, aber wenn man sich dort länger aufhält, findet man sicherlich günstigere Sachen. Das Essen war vorzüglich. Das Wasser dreckig, die roten Bäume schön.

 

Im Krieg mit Brasilien sind hier sehr viele Menschen ums Leben gekommen.

 

Ich hatte nur gehofft, dass ich auf dem Rückweg nicht kontrolliert werde, da ich keinen Stempel im Pass habe und mich somit illegal in Paraguay aufhielt. Ich lief über die Grenze und genoss den Ausblick von der Freundschaftsbrücke auf Brasilien und Paraguay. Nahe der Grenze finde ich die vielen Motorrad-Taxis, eine Station nennt sich „Bismillah“, „Im Namen Gottes“, denn hier in Foz do Iguacu lebt eine libanesische Minderheit, die wohl schnell zur Mehrheit werden kann. Keiner konnte mir hier die Frage beantworten, warum Leute aus Libanon hier sind. Eine Theorie besagt, dass es vielleicht nur zwei libanesische Familien waren und dadurch eine riesige Familie entstanden ist.

 

Die letzten 24 Stunden

 

Es ging zurück nach Rio de Janeiro, und ich hatte nur noch 24 Stunden Zeit. Bevor es nach Deutschland geht, wollte ich die Favelas endlich nicht nur von außen, sondern von innen sehen. Ich bekam einige Tipps, wobei mir die Hostelbesitzer davon abrieten, alleine zu gehen und lieber eine Tour zu nehmen. Ich hatte aber keine Zeit mehr dafür. Ganz in der Nähe vom Copacabana soll ein Favela sein. Ich begab mich dorthin. Die Wegbeschreibung führte mich an einen Ort, den ich von meinem ersten Tag in Rio kennengelernt habe. Ich laufe dieselben Stufen hoch und merke, dass ich am Ende dort Lande, wo ich am Anfang war. Kein Wunder erschienen die Leute dort so anders. Diesmal bin ich aber tiefer reingelaufen. Es ist schwierig, die Blicke zu interpretieren in diesem Favela, aber manchmal hatte ich das gefühl, als wolle man mir zu verstehen geben, dass ich lieber das Weite suchen sollte. Lange blieb ich nicht, und das unsichere Gefühl erinnerte mich ein klein wenig an Sabra und Shatila, denn von beiden Orten hat man Schreckensgeschichten gehört.

 

Abends geht es dann in diverse Clubs, beginnend mit Clubb 00, wo eine Samba live band gespielt hat, zurück im Emporio, das weniger spektakuläre war und schließlich zur Fosfobox, wo ich weiter getrunken habe, bis ich schließlich früh morgens betrunken zum Copacabanastrand gelaufen bin und michh dort hinlag, meine Arme und Beine ausstreckte, während die Sonne aufging.

 

 

Travel Projects

I.    Around the World (2010)                                                           

II.   Stairway to Heaven (2011)

III.  Travelution (2012)

IV.  Era of Epicness (2013)

V.   Emergency Exits (2014)

VI.  The Slippery Path of Uncertainty (2015)

VII. Age of Turbulence (2016)

VIII. Against All Odds (2017)

IX.  Evasive Maneuvers (2018)

 X.  Home is Everywhere (2019)

XI. ??? (2020)