New York im Jahr 2000

 Im Flughafen stellt mir das Flughafenpersonal mehrere Fragen. Wo fliege ich hin? Wo werde ich bleiben? War ich schon einmal in den Staaten? Und plötzlich überrascht er mich mit der Frage in welchem Raum ich meinen Koffer gepackt habe. Vermutlich war seine Intention einen unerwarteten Moment zu kreieren, der Menschen mit böswilligen Absichten nervös gemacht hätte.

 

Die Vereinigten Staaten stellten einen perfekten Opener für die Weltreise dar für jemanden, der zehn Jahr zuvor den Ort bereiste und nun in der Endphase seines Amerikanistikstudiums ist. Ein guter Start, bevor ich mich nach und nach in Orte begebe, wo mir meine Englisch-Kenntnisse nicht helfen werden, wo ich zum Teil auf mich alleine gestellt bin.


12 Flüge in 10 Ländern auf 4 Kontinenten in 6 Wochen. Das war der Plan. Nun sitze ich in meinem ersten Flieger, der mich in einen Ort führen würde, der mir nicht neu ist, und mit dem ich wunderbare Erinnerungen verband. 

 

Im Flugzeug sitzend schaue ich raus aus dem Fenster und denke über die bevorstehende Weltreise nach, bis mich eine junge Dame fragt, ob wir die Sitzplätze tauschen können, weil eine Freundin von ihr neben mir saß. Begann die Geschichte im Horrorfilm Final Destination nicht genauso, kurz bevor das Flugzeug in die Luft flog? Egal, ich schnappe mir einen anderen Sitzplatz und betrachte mir eines dieser Magazine, die die Passagiere dazu verführen, viel Geld für alle möglichen Luxusgüter zu verschwenden. Es langweilte mich zu Tode. Daraufhin erinnerte ich mich an das Buch mit den koranischen Rezitationen, das mir mein Bruder mitgegeben hat. Während ich einige wenige Zeilen las, musste ich an die Terroranschläge am 11. September 2001 denken. In solchen Zeiten ist es vielleicht nicht die beste Idee ein Koranbuch in einem Flugzeug nach New York zu lesen. Sieht man von meinem Kurztrip mit meinen Freunden nach Holland im vergangenen Jahr ab, ist es fast 15 Jahre her, dass ich in einem Flieger saß, und das ließ mich die neuen Umstände vergessen. Vor 10 Jahren war es noch ganz anders. Neben mir im Flugzeug saß ein freundlicher Mann im Anzug namens Michael, der diesen vierzehnjährigen Jungen während dem Flug unterhielt und ihm bei der Ankunft viel Spaß in New York wünschte. Es war das erste Mal, dass ich alleine geflogen bin. 


Zehn Jahre zuvor, im Jahr 2000, erschien dieser kindliche Traum, die Stadt New York hautnah zu erleben, greifbar nahe.  Damals war ich ein vierzehnjähriges Sorgenkind, das dabei war, in der Schule zu scheitern. Die Lehrer hatten mich bereits aufgegeben. Ein Anruf meines Vaters änderte alles: "Wenn du es irgendwie noch schaffen solltest, in die neunte Klasse versetzt zu werden, dann buche ich dir ein Ticket nach New York." Als Kind bekam ich meist, was ich wollte, ohne etwas dafür zu tun. Nun musste ich mir etwas verdienen. Eine Note 1 in Englisch und mindestens eine 4- in Französisch trennten mich von meinem Flugticket. Drei Wochen später bekamen wir die Klausuren zurück. Es war eine Note 1 und eine 4-. 

 

Von Astoria Queens über China Town bis hin zur Freiheitsstatue bekam ich alles zu sehen. Mit den Vereinigten Staaten von Amerika verband ich schon immer, aber insbesondere seit dem ersten Aufenthalt sehr positive Erinnerungen. Doch fast nichts war einprägsamer als der Times Square, wo das Leben pulsiert, und wo selbst die sonst immer nervtötende Werbung schön erscheint, weil sie auf all den Gebäuden um mich herum projiziert wird. Aber der tollste Momente war zweifelsfrei auf der Spitze von eines der beiden Türme des World Trade Centers, das ein Jahr später einem Anschlag zum Opfer fallen würde. Am 11. September rief mich ein Freund an und sagte mir, ich solle den Fernseher einschalten, wo ich die brennenden Türme sah, die 

 

Nun, im Jahr 2010, stehe ich hier am "Ground Zero", wo einst das World Trade Center stand. 

 

 

Doch nichts war einprägsamer als Ground Zero, wo man begann, das "One World Trade Center" zu konstruieren, das bis 2014 fertig gestellt werden soll. "Ich gehe da nicht mehr hin. Nach den Terroranschlägen bin ich gar nicht mehr hingegangen", erzählte mir zuvor mein Verwandter. "Weißt du, ich schäme mich wegen diejenigen, die für diese Anschläge verantwortlich sind", ergänzte er mit einem schlechten Gewissen.

 

Seit dem 11. September ist die Reputation der islamischen Welt in der westlichen Welt gesunken. Vollbärtige dunkelhäutige Muslime erscheinen in den Folgejahren oft als bedrohlich. Eine sehr verwirrende kollektive Wahrnehmung für einen jugendlichen, der damit aufwuchs, ganz genau das Gegenteilige zu bezeugen. Es waren die vollbärtigen, standhaften, ständig betenden, fastenden Männer in der Moschee, die zu den friedliebendsten Menschen gehörten.

 

Aus diversen Studien lernten wie in einem Amerikanistik-Seminar, dass die Animositäten und sogar Übergriffe auf Araber in den Vereinigten Staaten signifikant anstiegen, weil das Bild des Islams zu einem Feindbild wurde. Dass hier in der Nähe eine Moschee gebaut werden sollte, gab Anlass zu Protesten. Bemerkenswerterweise gehören jedoch die meisten Araber in den USA der christlichen Konfession an, und selbst diese waren Opfer von Hate-Crimes,, weil sie Araber waren.

 

Es ist aber viel weniger wegen der Konfession, sondern aufgrund der Aneignung des "American Way of life", der das Bild der Araber in der islamischen Welt stark verzerrte, weil viele der in Amerika lebenden Araber nicht repräsentativ sind. Gleichzeitig bekam ich von einem Muslimen in Dubai, der zuvor in den USA lebte, zu hören, dass man in den USA islamischer Leben könne als in Dubai. Es gäbe Vorurteile, doch andererseits hat die muslimische Gemeinde in den USA frei praktizieren. Islamophobie wurde zunehmend ein Thema in den Vereinigten Staaten.

 

Eine ganze Weile stand ich vor Ground Zero und fühlte mich, als stünde ich vor einem Friedhof, den Opfern gedenkend und zwischen zwei Kulturen stehend, deren Beziehungen sich dramatisch verschlecherten. Es war bedrückend und ich fühlte, dass es an der Zeit war, sich etwas Alkoholisches zu gönnen.

 

 

 

Zuvor genoss ich in einem sonnigen Wetter die Aussicht auf dem Hudson River und betrachtete mir die Freiheitsstatue, die ich zehn Jahr zuvor aus nächster Nähe begutachtete. Eine griechische Frau fuhr mich nach Astoria.



 

 In the last ten years, however, as everybody knows, some things have changed in the US. Coming from Pakistan originally, I am wondering to what extent there is going to be a change in the attitude of the US-locals towards tourists with Islamic background.


As I arrive at the JFK airport, I am only hoping that the staff members will let me pass without any complications. I have already sent the online-registration, in which I had to answer question such as if I have ever been involved in any kind of terroristic activities. One of the staff members is looking at my passport and at my Around-the-World-ticket. Ten minutes later I am sitting in the police office. I have to say, however, that there wasn't any drama going an. They have only asked me a few questions more than others, being professional. Afterwards I finally get out of the airport.


It doesn't take too long, until I meet my uncle, whom I haven't seen for years. As we take a Taxi to Astoria, Queens, I look at the Taxi driver and think about how Hollywood movies constantly depict the Taxi drivers as American G.I. Joes, when the reality looks different: All of them seem to be Pakistani. After approximately forty minutes, we arrive in Astoria. I recognize this borough immediately. It's been ten years, ever since I have seen my cousin and her daughter, who live here. It was a pleasure meeting them. After the first big encounter it was time for the first big tourist highlight. It was time to visit a place that has fascinated me when I was a little kid. The place, where life is pulsing: The Times Square.


The Times Square is a playground for adults. A place that is decorated with many lights, while you are being surrounded by people from all over the world, news and advertisement are projected on all kinds of buildings. I look at a big sign of my favorite drink with the simple slogan "Pepsi is good". A few weeks later I would lose the lust for drinking Pepsi. I am thinking about asking some inhabitants where I could find a good club, so I decide to ask a group of black people, who turn out to be deaf. Great, of thousands of people here at the Times Square, I ask people who are deaf. It might be a good idea to have a more chilled day anyway, given that I still have a long way to go to complete this world trip successfully. Hence I go to a pub and order a Budwiser, talking to the barkeeper while watching American football, before heading back to Astoria. Americans love Europe for one particular reason: We know how to party. Here, in the United States, most clubs close at around two a.m. Therefore house parties are very common, a way to party that can be much more interesting to my mind.


After spending some time with my family in Astoria, I was on my way to the financial district. The weather was perfect, as I was having a walk along the Hudson river. My uncle said that I was lucky, as far as the weather is concerned, because it was raining before I had arrived. From a distance I looked at the statue of liberty and smiled, thinking about the moment when I stood in front of this statue ten years ago. This time, however, I had other plans. However, one place, which I have visited before, was obligatory, since this place has dramatically changed. On the way to Ground Zero, I thought about the moment when I stood on top of the World Trade Center, which were the highest buildings in the world at that time. One year later a friend of mine would call me and wake me up, he said: "Switch on the TV", and like most people, I looked in disbelief as I saw the airplanes crashing into the twin towers. Now this place is like a graveyard. Apparently they are rebuilding the World Trade Center. "I don't go to that place. Since the terror attacks I haven't been there", my uncle stated. "You know I feel ashamed, ashamed because of those who were responsible for the attacks." Certainly, it has stigmatized our community. It was a strange feeling for me, but an emotional and important moment. It was time to get drunk.


1.1.4. The People in New York

In a bar at the financial district, I meet Megan, with whom I discussed political issues and the effect of media politics on the masses. We talked about how hatred has been fueled in the media, and how people all over the world are feeling hatred for the US-government. Of course, the people of New York, have a stance that differs a lot from the US-administration. We agree on how unlikely it is that the television industry would ever highlight peaceful discussions among people with different cultural backgrounds, as was the case with the discussion of Megan and me. Controversy creates ratings.

We like to watch movies for entertainment and the news to know more about the state of world affairs. We are astonished once we start watching the news like a theatre and the movies to know more about what is going on in the world.

 

Was die irreführende Wahrnehmung von Amis anbelangt war der Abend mit Megan und Curtis das beste Beispiel. So etwas würde man niemals im Fernsehen sehen, höchstens wenn unsere Diskussionen über Politik und Religion zu einer Schlägerei geführt hätten. Deshalb sieht man im Fernsehen nur die Extreme. Der ganze normale Umgang mit Menschen aus fremden Ländern wird kaum visualisiert und somit werden viel eher die negativen Aspekte amerikanischer Bürger wahrgenommen, aber das auch nur solange es für höhere Institutionen von Nutzen ist.

Auch haben wir über verschiedene Länder gesprochen. Als ich Dubai erwähnt habe, musste Curtis schmunzeln. Viele würden jetzt denken, dass es klar ist, dass ein weißer Amerikaner über ein islamisches Land schmunzelt. Ich wage zu behaupten, dass Amerika islamischer ist als Dubai, obwohl wir uns an diesem Abend die Kante gegeben haben. Doch mehr dazu im Bericht der Emirate, welches ich auch gerne mal "Amerika Teil 2" nenne.

Nach einer netten und interessanten Unterhaltung haben die zwei Einheimischen mich in mehrere Bars geschleppt, wo wir ein Bier nach dem anderen getrunken haben und eine gute Zeit hatten.

After an interesting discussion we went to several clubs, drinking beer after beer, and having a good time. At around 2 am I head back to the Times Square, in which I meet two girls from Jersey and hang around with for a while. On my way back I meet Fahim from Bangladesh. The underground system of New York is big, but not too complicated, except for one thing. New York has two lines with the same name, which head to different directions. I took the wrong one. A Greek woman apparently noticed that I was a little bit confused. She was very helpful, driving me back to Astoria, where I visited another bar.

Like a typical tourist I took plenty of pictures and chilled at the Central Park. I also visited the Rockefeller center and thought about going up to the Top of the Rock. But the staff members, who seem to be very fair to tourists, let me know that you can barely see anything because of the many clouds.

Inside of the bar I was a little bit sober again, and I decided to stay more reserved, which was a good decision, because as I returned back to Astoria, a great surprise was waiting for me: My relatives from Virginia came to fetch me. Before leaving New York, we headed to the Times Square one more time.

Wir sind nochmal zum Times Square, ein Ort, von dem ich sowieso nie genug kriege. Mit meinem Onkel und meiner Tante aus Virginia unterhalte ich mich über die Reise. Wir sprechen über meine geplanten Reiseziele wie etwa Kuala Lumpur, die Hauptstadt Malaysias. Schwärmend erzählt mir meine Tante über ihren Aufenthalt in Kuala Lumpur. Vor allem von den Batuhöhlen waren meine Verwandten fasziniert. Letztes Jahr noch betrachtete ich mir diverse Bilder dieser Höhlen und erklärte sie zu eines meiner großen Highlights auf meiner Reise.

Mein Onkel fragt ob ich denn auch alles mitschreibe. Die Frage erübrigt sich hier.

Er gab mir einige Dinge mit auf dem Weg und mich einer Sache bewusst gemacht, die ich in keinem Moment vergessen durfte: "No matter what you do, always be flexible." Das habe ich mir zu Herzen genommen.


Travel Projects

I.    Around the World (2010)                                                           

II.   Stairway to Heaven (2011)

III.  Travelution (2012)

IV.  Era of Epicness (2013)

V.   Emergency Exits (2014)

VI.  The Slippery Path of Uncertainty (2015)

VII. Age of Turbulence (2016)

VIII. Against All Odds (2017)

IX.  Evasive Maneuvers (2018)

 X.  Home is Everywhere (2019)

XI. ??? (2020)