"Saya mau pergi ke Chow Kit, berapa ongkos?" - Auf malayisch erklärte ich, dass ich nach Chowkit gelangen will und fragte, wie viel das koste. Ausgerechnet bei den Zahlen habe ich leider im Indonesisch-Kurs nicht aufgepasst, aber man versteht sich mit Händen und Füßen. Es geht in das Cosmopolitan Hostel, eine ganz angenehme Unterkunftsmöglichkeit, nur die Umgebung war nicht die appetitlichste: In diesem miefenden Eck erfüllen sich die Klichées der sogenannen Ladyboys, die sich auf offener Straße prostituieren. In der Hoffnung auf Menschen zu treffen, deren Geschlecht klarer zuzuordnen ist, gehe ich in eine Karaoke Bar und lerne einige nette Locals kennen, die malayische Hits singen.

 

Es war das dritte Land und gleichzeitig der dritte Kontinent dieser Weltreise, das mir nun bevorstand. Dass der Flughafen Kuala Lumpurs von diversen Internetseiten mehrfach als bester Flughafen der Welt ausgezeichnet wurde, verwundert nicht. Auch der Weg in die Innenstadt ist durch den hoch entwickelten KLIA-Express schnell und komfortabel. Aus der Ferne sieht man bereits das Wahrzeichen der malayischen Hauptstadt: Die Petrona Towers.

 

Wie auch ehemals das World Trade Center handelt es sich hierbei um die Zwillingstürme, die vorwiegend als Geschäftsgebäude genutzt werden. Auch die Höhe unterscheidet sich technisch gesehen kaum, wenn auch die begehbaren Stockwerke auf dem World Trade Center deutlich höher lagen als in diesen Zwillingstürmen. Zwei Besonderheiten dieser Türme sind die Turmspitzen, die Minaretten ähneln, sowie die Skybridge, eine Brücke, die die beiden Zwillingstürme miteinander verbindet.

 

Die Innenstadt ist sehr modern. Für einen Europäer, der diese Ort bereist um vor der Modernität zu fliehen, befindet sich nur wenige Kilometer von der Hauptstadt entfernt ein authentischerer Teil Malaysias, der 2006 mit einer riesigen Statue der Kriegsgöttin Murugan vervollständigt wurde. Diese Statue wacht über ein Höhlenkomplex, das als die Batu-Höhlen bekannt ist. 

 

 

Ein Taxi führt mich morgens zu den Batuhöhlen. Auf dem Weg dorthin begutachte ich mehrere atemberaubende Moscheen. Noch ein wenig verschlafen steige ich aus dem Taxi, als der Fahrer mir signalisiert, dass wir angekommen sind. Ich stehe plötzlich vor dem Eingang und erblicke diese riesige goldene Statue von Morogan. Der Legende nach besiegte Murugan einen Dämonen namens Soorapadam. Diese Geschichte wird in zahlreichen Höhlen plakativ wiedergegeben.

 

Langsam näherte ich mich den Höhlen. Die bislang ungewohnt Exotik begegnete ich mit Klischéehaften Vorstellungen. Ich fühlte mich wie Indiana Jones, nur dass ich keine Peitsche und keinen Hut hatte und auch kein archäologisches Kulturgut vor machtbesessenen Bösewichten schützen musste. Eigentlich hat mich nur die Location an Indiana Jones erinnert.

 

272 Stufen galt es zu erklimmen um in die Kalksteinhöhlen zu gelangen, die nur 13 Kilometer von der Hauptstadt Malaysias entfernt sind. Bei idealem Wetter strahlte die Sonne durch die Löcher der Höhle hindurch. Ein Glück, dass die Wettervorhersage sich nicht bewahrheitete, da es hieß es würde regnen.

 

Während ich dabei bin, die 272 Stufen zu erklimmen, erscheint ein Affe aus dem nichts. Menschen, die in Europa leben, begegnen nicht alle Tage einem Makak-Affen, der seine Zähne zum Vorschein bringt. Einen Moment muss ich meine Balance halten, damit ich nicht von den steilen Treppen runterfalle. Der Affe läuft etwas weiter hoch und dreht sich wieder in meine Richtung. Ich laufe ein paar weitere Stufen hoch, er geht noch höher, dreht sich um und wartet auf mich. Anscheinend habe ich nun einen Affen als Touristenguide. Schnell bemerke ich, dass der ganze Ort voller Makaken ist und viele von ihnen schauen mich neugierig an. Ein indischer Tourist warnt mich vor dem einen Affen, der es anscheinend auf irgendwas abgesehen hat: der Kerl zeigt auf meine Pepsidose. "Pass lieber auf dein Getränk auf". Ich bewundere die Tempel und die Höhlen und vergesse den Affen, der nach paar Minuten wieder vor mir steht. Ich schaue nur eine Sekunde weg und der Affe schnappt sich meine Pepsidose und trinkt daraus. Ich kann es ihm nicht übel nehmen, hätte ich an seiner Stelle wohl auch gemacht. Ich betrachte mir die Tempel und es dauert ein Weilchen, bis ich mich dazu entschließen kann diesen wundervollen Ort zu verlassen.

 

 

 

 

Vor den Petrona Towers zu stehen erinnerte mich an den Moment, als ich vor 10 Jahren vor dem World Trade Center stand. Die Höhe ist definitiv sehr eindrucksvoll. Ich frage mich, wie fasziniert ich von Burj Dubai sein werde, falls ich es bis dahin schaffe. Denn es ist das höchste Gebäude der Welt, doppelt so hoch wie diese zwei 420 Meter hohen Türme.

 

Das Chinatown hier in Kuala Lumpur schien für mich nicht so verlockend in Anbetracht der Tatsache, dass ich schon sehr bald „China Country“ sehen würde.

 

Vom KL Tower aus habe ich mir die ganze Stadt angeschaut.

 

Auch im Bukit Bintang bin ich ganz kurz, auch einer der bekannten Orte in Kuala Lumpur. Es faellt mir schwer zu gehen, allerdings wird es langsam Zeit. Endlich mache ich mal gebrauch vom monorail und es klappt alles wunderbar, nur in chow kit angekommen muss ich meinen plan rausholen... ich mache mich auf die suche nach meinem hostel... es faengt an tierisch zu stinken, ich muss auf dem richtigen Weg sein.

 

Der Zug ist abgefahren?

 

Ein schöner Tag geht vorüber. Morgen früh muss ich bereits den nächsten Flug kriegen. Also beschließe ich, KL nachts zu verlassen. Am Bahnhof möchte ich wie geplant den letzten KLIA Express Richtung Flughafen nehmen. Mehrere Taxifahrer sagen mir, dass der letzte Express bereits gefahren sei. Ich kann also nur noch das Taxi nehmen und sie verlangen 100 Ringgit, was 20€ entspricht, was mir zu teuer ist. Anscheinend ist nun eines der Dinge, die nicht passieren sollten, passiert. Doch es ist ziemlich suspekt. Vielleicht wollen sie mich nur abzocken? Doch die Taxifahrer zeigen mit den KLIA Stand, von wo man die Tickets kaufen kann und in der Tat hat er zu. Ich war mir bewusst, dass früher oder später irgendwas schief gehen muss. Ich muss mich entscheiden ob ich noch mehr Geld abhebe, oder auf Essen verzichte, oder auf das Taxi verzichte und auf den ersten KLIA Express warte. Letztere Option wäre nicht ungefährlich, da ich meinen Flug vielleicht auch verpassen könnte. Also versuche ich den Preis runterzuhandeln, bleibe jedoch konsequent bei meiner Option einfach paar Stunden zu warten. Ich schaffe es ganz gut runter zu handeln, doch ein fremder Mann macht mich darauf aufmerksam, dass noch ein KLIA Express fährt. Also lag ich nicht falsch? Die Taxifahrer handelten weiter runter. So weit, dass sie mich beinahe überzeugen konnten. Der Fremde Kerl ging die Rolltreppen hinauf während die Taxifahrer bereit waren mein Gepäck in den Kofferraum zu tragen. Die Taxifahrer und ihr Benehmen wären mir verdächtig erschienen, wenn sie mir nicht klar den geschlossenen KLIA-Express Schalter gezeigt hätten. Doch es war interessant, wie schnell sie runtergehandelt haben als ich überlegte hoch zu gehen. Ich schaue nach oben und der fremde Herr schüttelt mit dem Kopf und signalisiert mir: „Mach es nicht“. Ich sag den Taxifahrern, dass ich nochmal kurz hoch muss, nehme mein Gepäck und je verzweifelter die Taxifahrer wurden, desto mehr wusste ich, dass der Fremde Kerl Recht hatte. Doch selbst oben angekommen erklärt mir ein Mann, der aussieht, als würde er zum Personal gehören, dass der KLIA Express nicht mehr fährt. Dennoch gehe ich zu einem Schalter und tatsächlich bekomme ich eine Fahrkarte für den Express, der noch fährt. Ich erblicke den Mann, der mir ein Zeichen gab. „Wieviel haben sie verlangt?“ „100 Ringgit, ich konnte auf 50 runterhandeln“, entgegnete ich. Nun kann ich für 35 Ringgit den tollen Luxus Express nehmen, mit dem ich schneller ankomme und mein letztes Geld kann ich noch für Essen ausgeben. Ich erreiche den wohl besten Flughafen, den ich in der Weltreise gesehen habe. Dreimal war der KL Flughafen zum Flughafen des Jahres gewählt worden. Für jedes Land habe ich mich auch nach Schlaf-, Gepäckabgabe und „Überlebens“möglichkeiten erkundigt. All das brauchte ich nicht in diesem Flughafen, indem es auch einen kleinen, künstlichen, aber inspirierenden Dschungel gab.

 

 

 

 

 

 

 

Ich erinnere mich wie meine Cousine Safia mich fragte:

Do you have a plan B? Sie musste lachen und war gleichzeitig besorgt als ich „No“ sagte.

 

 

Den blöden Koffer habe ich weggestellt.

 

 

 

 

Doch nun war ich aufgeregt und wusste, dass ich sehr fokussiert bleiben muss, denn nun geht es in ein Land, wo ich ganz alleine bin, eine ganz fremde Kultur, die mich nicht versteht und, die ich nicht verstehe.

 

Im KL Flughafen angekommen stelle ich erst mal den scheiss koffer weg, alles gut, unglaublich wie das wetter mtispielt

 

Der Finanzplan ging so weit gut auf. Nur in LA hatte ich zuviel ausgegeben. Glücklicherweise wurde das ausgeglichen mit dem, was mir meine Onkels zugesteckt hatten. Nur eine Sache hatte ich vergessen in Erinnerung zu behalten: Die Kurse der Währungen steigen und sinken kontinuierlich und die Gebühren für das Abheben muss ich miteinkalkulieren. Dubai wird eine sehr große Bewährungsprobe was das Geldausgeben anbelangt. Im Flughafen habe ich gerade mal 60 cent übrig. In drei Wochen geht es bereits wieder zurück nach Deutschland. Vor allem in den letzten Ländern muss ich gut aufpassen wegen dem Geld, da ich meinen Kontostand nicht überprüfen kann und keine Kreditkarte habe.

 

In Malaysia bezeichnet "Allah", wie in den meisten Teilen der muslimischen Welt, das Wort "Gott". Die malayische Regierung hat da eine ganz andere Vorstellung und besteht auf ein Exklusivrecht der Verwendung des Wortes "Allah" für Muslime. Man fürchte hierbei eine Verwirrung und den Missbrauch des Wortes, um die Muslime zu konvertieren, was auf die Verwendung des Wortes "Allah" der katholischen Zeitung "Herald" zurückzuführen ist.

 

 

 

 

Travel Projects

I.    Around the World (2010)                                                           

II.   Stairway to Heaven (2011)

III.  Travelution (2012)

IV.  Era of Epicness (2013)

V.   Emergency Exits (2014)

VI.  The Slippery Path of Uncertainty (2015)

VII. Age of Turbulence (2016)

VIII. Against All Odds (2017)

IX.  Evasive Maneuvers (2018)

 X.  Home is Everywhere (2019)

XI. ??? (2020)